
Stellungnahme zu dem Anhörungs- und Beteiligungsverfahren für das Kerncurriculum Werte und Normen für die Grundschule, Schuljahrgänge 1 – 4
Der 17. Landeselternrat Niedersachsen hat im Rahmen seiner Plenarsitzung am 18.09.2026 mehrheitlich folgenden Beschluss zu o.g. Entwurf gefasst:
Der Landeselternrat stimmt dem Entwurf in der vorliegenden Fassung zu.
Darüber hinaus erlaubt sich der Landeselternrat folgende Anmerkungen:
- Es soll im Fach Werte und Normen eine kritische Reflektion bezüglich der Geschlechterrollen stattfinden.
- Alle Schulen müssen ein breites Curriculum in begrenzter Zeit umsetzen. Die Vielzahl an Themen ist fachlich sinnvoll, aber ohne Priorisierung schwer realisierbar. Der hohe Gesprächs- und Reflexionsanteil verlangt didaktische Kompetenz, Fortbildung und verlässliche Materialien – Anforderungen, die auf ein bereits belastetes System treffen. Ein Curriculum dieser Breite ist nur mit angemessener Unterstützung durch das Land umsetzbar, insbesondere durch Fortbildungen, Materialien und klare Hinweise. Dies gilt ebenso für Schulen in öffentlicher Trägerschaft.
Freie Schulen tragen diese Herausforderungen unter besonderen strukturellen Bedingungen, die ihre Umsetzungsmöglichkeiten zusätzlich beeinflussen. Dazu gehören:
- kleinere Kollegien und höhere Unterrichtsverpflichtungen,
- eigenständige Materialentwicklung,
- weniger administrative Unterstützung,
- unterschiedliche pädagogische Profile und Konzepte.
Die Stellung freier Schulen ist verfassungsrechtlich geschützt (Art. 7 Abs. 4 GG). Dieser Schutz umfasst die pädagogische Freiheit und die eigenständige Ausgestaltung von Unterricht und Schulprofil. Ein Curriculum dieser Breite muss sicherstellen, dass diese Eigenständigkeit gewahrt bleibt und nicht durch übermäßige Detailtiefe oder normative Vorgaben eingeschränkt wird.

