Pressemitteilung des Landeselternrates zur Pressekonferenz von Kultusministerin Julia Willie Hamburg zum Halbjahreswechsel 2025/2026: Weiterhin keine Trendwende erkennbar!

Pressemitteilung LER vom 22.01.2026

Die Aussagen der Kultusministerin zeigen: Die Unterrichtsversorgung hat sich in Teilen zwar leicht verbessert, von einer echten Trendwende kann aber keine Rede sein. Maßnahmen sind erkennbar, aber sie greifen nicht stabil.

Was in der Statistik nach Fortschritt aussieht, ist für viele Schülerinnen und Schüler Alltag mit Unterrichtsausfall, Vertretungen und fachfremden Unterricht. Die Situation ist je nach Schulform und Region extrem unterschiedlich. Für das Flächenland Niedersachen ist das nicht tragbar.

Die Schaffung von zusätzlichen 1.350 Vollzeitstellen ist grundsätzlich positiv aufzunehmen, doch mit der Einführung des Ganztags ab dem nächsten Schuljahr, werden diese Stellen direkt gebunden sein. Dadurch bringen sie keine spürbare Entlastung für die bestehenden Engpässe.

Die Kultusministerin bestätigte, dass das für die Schulen im Bereich des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung in Lüneburg besonders schwierig ist. Das macht deutlich: In Niedersachsen gibt es kein gleichwertiges Bildungsangebot. Bildungschancen hängen von der Schulform und dem Wohnort ab. Das ist für unsere Schülerinnen und Schüler nicht akzeptabel. Unsere Gesellschaft darf sich keine Kinder und Jugendlichen zweiter Klasse erlauben! Wiebke Scheidl, stellvertretende Vorsitzende des LER, bekräftigt mit dem Blick auf die unterschiedliche Unterrichtsversorgung an den Schulformen: „Um es in klaren Worten zu formulieren: Die Schülerinnen und Schüler mit dem größten Unterstützungsbedarf werden in Niedersachen mit der geringsten Unterrichtsversorgung zusätzlich benachteiligt.“

Das Kultusministerium lobt die Investitionen in die Bildungsqualität, welche z.B. durch die Einführung des Pflichtfachs Informatik und zusätzliche Lernzeiten in der Grundschule sowie durch den Ausbau von Inklusion und Ganztagsangeboten gesteigert würde. Miriam Kaschel, Vorsitzende des LER, sagt: „Wir begrüßen diese Maßnahmen und glauben, dass zusätzlich durch eine gezielte Verbesserung der Unterrichtsqualität und der Schulentwicklung die Bildungsqualität in Niedersachsen noch deutlicher gesteigert werden kann.“