
Pressemitteilung des LER: Kultusministerium legt neue Zahlen vor
Pressemitteilung LER vom 12.08.2026
Das Kultusministerium stellt die neuen Zahlen zum Schuljahresbeginn vor. Bemühungen, den Fachkräftemangel zu verringern, sind erkennbar – doch das Ministerium muss selbst einräumen: Das Problem bleibt gravierend. Es wirkt erfolgreich, wenn verkündet wird, dass von zweitausend neu ausgeschriebenen Stellen bereits 1586 bereits neu besetzt werden konnten.
Dabei wird leicht übersehen: Ausgeschrieben werden nicht die Stellen, die tatsächlich gebraucht werden, sondern nur so viele, wie auch Bewerber erwartet werden. Das kann man pragmatisch nennen – doch es gibt keinerlei Hinweis auf den tatsächlichen Bedarf darüber hinaus.
Auffällig ist zudem: Zwar werden kontinuierlich mehr Lehrkräfte eingestellt, als aus dem Schuldienst ausscheiden, Unterrichtsausfälle gehören dennoch weiterhin zum Alltag. Der Blick darf sich deshalb nicht allein auf Einstellungszahlen richten, sondern muss auf die tatsächlich verfügbaren Unterrichtsstunden gerichtet werden. Zwei Stellschrauben gehören dabei dringend auf den Prüfstand: die hohe Teilzeitquote bei Lehrkräften und die zahlreichen Anrechnungsstunden für unterrichtsfremde Tätigkeiten – etwa IT-Management oder Schulbuchausleihe.
Christine Winter, Vorstandsmitglied im LER, sagt: „Die Landesregierung steht in der Verantwortung, die vorhandenen Ressourcen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger einzusetzen. Ein zu hoher Unterrichtsausfall vor Ort gefährdet Niedersachsens Zukunftsfähigkeit. Beim Entwickeln von Strategien für mehr Unterricht darf es keine Tabus geben.“
Ministerin Hamburg betont, dass neben der Unterrichtsversorgung auch die Qualität weiter gestärkt werden solle. Maßnahmen wie die zusätzlichen Stunden in der Grundschule im Rahmen von „Sichere Basis“ weisen in die richtige Richtung. Auch der Ausbau des Ganztags bietet Chancen – doch auch hier gilt: Die Qualität darf nicht ins Hintertreffen geraten. Miriam Kaschel, Vorsitzende des LER bringt es auf den Punkt: „Letztlich zählt nur, was tatsächlich bei unseren Schülerinnen und Schülern ankommt und zu einer besseren Bildung führt.“


